FrauenschuhDer Frauenschuh (Cypripedium) ist auch als "Gelber Frauenschuh" (Cypripedium calceolus) oder Marienfrauenschuh genannt. Auch führt seine Blütenform zum Namen "Kriemhilds Helm"und er gehört zu Familie der Orchideen (Orchidaceae). Der Frauenschuh ist eine der prächtigstens, europäischen, wildwachsenden Orchideenarten und steht in allen europäischen Ländern unter strengstem Artenschutz.
Im Jahre 1996 wurde der Gelbe Frauenschuh, um auf die besondere Schutzwürdigkeit und Gefährdung der Pflanze aufmerksam zu machen, zur Orchidee des Jahres gewählt.

Der Frauenschuh erreicht eine Wuchshöhe von ca. 15 - 60 cm und ist eine krautige, mehrjährige Pflanze. Die, in der Regel drei bis fünf, stängelumfassenden Laubblätter sind breit-elliptisch und nach vorne spitz zulaufend. Die Blätter weisen meist eine Länge zwischen 5 und 13 cm auf und sind von hellgrüner Farbe. Auf der Unterseite sind sie fein behaart und die starke Nervatur ist gut sichtbar.Der Stängel ist leicht gebogen und behaart.
Die einzelnen Triebe sind normalerweise einblütig, bei gutem Wachstum allerdings sind auch zwei Blüten möglich, drei oder sogar vier Blüten sind weitaus seltener. Interessant ist die lange Entwicklungszeit bis zur ausgewachsenen Pflanze, der Prozess beginnt damit, das über den Wurzelpilz Nahrung aufgenommen wird. Erst im vierten Jahr wird dann das erste grüne Blatt zum Vorschein kommen.

Die Blüten selbst sind dreizählige Zwitter. Die äußeren braunen - bis purpurfarnenen Blätter sind ca. 5 cm lang und weisen eine spitze Form auf, die vom breiten, abstehenden gelben "Schuh" umgeben ist. Die kräftige, gelbe Lippe wird von einem inneren Blatt zu einem bauchigen Schuh geformt.

FrauenschuhDie Einzelblüte des Frauenschuhs erreicht eine Länge von bis zu 4 cm und zählt somit zu den größten Einzelblüten unserer Flora. Im europäischen Vergleich ist die Einzelblüte des Frauenschuhs die größte.

Aufgrund der kesselähnlichen Bestäubungsvorrichtung ist eine Selbstbestäubung fast unmöglich, daher wird der Frauenschuh von Insekten bestäubt, die Samen werden durch den Wind verteilt und im gegensatz zu anderen Orchdieen treibt der Frauenschuh aus seinen Wurzeln, da er keine Knollen besitzt.

Der Frauenschuh bevorzugt schattige laubwälder und buschige Berghänge sowie Höhenlagen von über 2000 m über Normalnull. Ausserdem ist die Pflanze von Japan über Asien bis hin in ganz Europa weit verbreitet, einzig der Gelbe Frauenschuh ist die einzige Art, die in Deutschland natürlich vorkommt.

Hummel-RagwurzDer Hummel Ragwurz trägt den in Fachkreisen den botanischen Namen Ophrys holoserice und gehört zur Familie Orchidaceae. In Deutschland galt der Hummel Ragwurz in Hessen und Bayern als ausgestorben, jedoch wurden in den letzten Jahren wieder einige Exemplare entdeckt. Beim Hummel Ragwurz handelt es sich um mehrjährige Pflanzen die in Südeuropa ihren Ursprung haben. Die Blütezeit des Hummel Ragwurz liegt zwischen den Monaten April und Juni, je nach Temperaturen fängt die Pflanze auch schon im März zu blühen an. Die ideale Umgebung für den Hummel Ragwurz ist eine magere Wiese, ein trockener Wald oder auch ein Weinberg, der Boden muss kalkhaltig sein, da der Pflanze ansonsten die wichtigsten Nährstoffe fehlen.

kein Bild vorhandenDie Hundswurz (Anacamptis pyramidalis L.) ist eine sommergrüne, krautig wachsende Pflanze aus der Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und gehört zur Klasse der Einkeimblättrigen. Sie stammt aus der Reihe der Samenpflanzen, ist selbst ein Bedecktsamer und gehört zu den submediterranen Pflanzen. Die Hundswurz erreicht meist eine Größe zwischen 15 - 60 cm. Ihre Blütezeit liegt in den Monaten von Juni bis August. Für ihre Vermehrung sind tag- und nachtaktive Schmetterlinge verantwortlich, welche von der Nektartäuschblüte der Hundswurz angelockt werden und so die notwendige Bestäubung vornehmen können.

Ihre Blüten sind hell- bis purpurrot gefärbt und haben zu Beginn der Blütezeit ein pyramidenähnliches Aussehen, weshalb die Hundswurz oft auch Pyramiden- oder Spitzorchis, Pyramiden- oder auch Kammständel genannt wird. In aussergewöhnlichen Fällen weisen die Blüten der Hundswurz eine weisse statt rote Färbung auf. Die Blütengröße beträgt meist um die 8 - 12 mm. Der Stängel der Pflanze ist stets aufrecht. Der Sporn der Pflanze ist sehr lang und im Inneren der Pflanze versteckt. Die Blütenblätter sind außen dreilappig und innen helmartig gebogen. Dabei ist der Blütenkopf der Hundswurz sehr dicht bewachsen.

Die Hundswurz bildet Knollen zur Überdauerung und kann aus diesem Grund mehrere Jahre bestehen. Aus der Tochterknolle der Pflanze entwickelt sich in den Herbstmonaten eine eigene Blattrosette.

Vorzufinden ist die Hundswurz in Deutschland hauptsächlich im Südwesten, in seltenen Fällen auch in Mitteldeutschland. Doch die Hundswurz ist nicht nur in Teilen Deutschlands, sondern auch in Portugal, Kleinasien und im Süden Skandinaviens vorzufinden. Die Pflanze bevorzugt kalkige Böden, Mager- oder Trockenwiesen und Wärme für ihren Standort. Auch helle Wälder, Berghänge und Moorböden werden angenommen. Der Untergrund sollte auf jeden Fall nicht zu trocken sein.

Die Hundswurz wurde 1990 zur "Orchidee des Jahres" gekürt. Leider ist das Vorkommen dieser besonderen Pflanze stark zurückgegangen, weshalb sie heute vom Aussterben bedroht und inzwischen auf der Roten Liste steht. Für eine Neuansiedelung wäre die Gründung geeigneter Biotope notwendig.

KugelorchisDie Kugelorchis (Traunsteinera globosa) ist eine Pflanzengattung und gehört zur Familie der Orchideen. Am häufigsten ist die rosa Kugelorchis in den so genannten subalpinen Höhenstufen anzutreffen. Die Kugelorchis ist auch bekannt unter den Namen Traunsteinera globosa oder Kugelknabenkraut. Wie alle Orchideen-Arten steht auch die rosa Kugelorchis unter Naturschutz. Die Kugelorchis ist eine sehr seltene Pflanze und daher auf Bergtouren und -wanderungen eine besondere Attraktion. Ab einer Höhe von 600 Metern bis maximal 2200 Metern ist sie auf besonders kalkhaltigen Bergwiesen anzutreffen.

OhnspornDer Ohnsporn ist eine europäische Orchidee mit einem sehr großen Verbreitungsgebiet von eher unauffälligem Äußeren.

Ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum und Nordafrika verbreitet, fühlt sich der Ohnsporn zunehmend in Mitteleuropa bis hinauf nach England heimisch. In Deutschland ist er zu finden in warmen Lagen, hauptsächlich in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach Norden hin nimmt der Bestand ab, reicht jedoch bis nach Niedersachsen. Die Pflanze bevorzugt sonnige, möglichst kalkhaltige Wiesen und nimmt mit halbtrockenen Standorten vorlieb; höhere Lagen meidet sie in der Regel wegen zu niedriger Temperaturen. Gelegentlich findet sich der Ohnsporn auch in lichten Wäldern und Gebüschen. Trotz des großen Verbreitungsgebietes sind die einzelnen Bestände eher klein. Wie alle europäischen Orchideen gehört der Ohnsporn in Deutschland zu den geschützten Arten.

leider kein BildDie Sommer-Wendelähre, mit botanischem Namen Spiranthes aestivalis, wird oft auch Sommer-Drehwurz oder Sommer-Wendelorchis genannt. Sie gehört zur Gattung der Drehwurzen und zur Familie der Orchideengewächse.
Die Sommer-Wendelähre ist eine zierliche, schlanke Pflanze, sie ist sommergrün und trägt mehrere Jahre Blüten.

Aus den 2 bis 6 Speicherwurzeln, die die Form einer Rübe haben, wächst im Frühjahr eine Rosette mit 3 bis 5 Blättern heraus. Aus dieser Rosette wächst der schlanke, behaarte Stengel heraus, der 10 bis 35 cm lang werden kann. Die 3 bis 6 hellgrünen, manchmal auch gelblich grünen, Grundblätter werden zwischen 5 und 14 cm lang, wachsen aufrecht nach oben und liegen eng am Stengel an. Der Blütenstand ist gedreht wie ein Korkenzieher und wird 3 bis 10 cm lang, an ihm verteilen sich 6 bis 20 kleine, weiße Blüten. Die Blütenblätter bilden eine Röhre, die einer Glocke ähnlich sieht.
Die Sommer-Wendelähre blüht von Anfang Juli bis Ende August, wobei sie erst von Ende Juli an in voller Blüte steht.

Die Planze liebt nassen, kalkhaltigen Sumpfboden, daher findet man sie in nährstoffarmen Hang- und Flachmooren. Sie wächst in Höhen bis zu 1.800 Metern und mag es durchaus sonnig. In Ihrer Nähe sieht man oft das Rostrote und das Schwarze Kopfried, aus der Familie der Sauergrasgewächse. Das Kopfried ist ein typisches Kennzeichen für kalkreichen, aber nährstoffarmen und nassen Boden.

Die Sommer-Wendelähre ist stark vom Aussterben bedroht und steht daher unter strengem Schutz. Dieses regeln sowohl europäische, als auch nationale Gesetze. Der Rückgang der Pflanze ist durch die Zerstörung ihres Lebensraumes zu erklären, immer mehr Biotope werden trocken gelegt.

In Deutschland fand man die Sommer-Wendelähre früher den ganzen Rhein entlang bis in die Nähe von Frankfurt. Heute gibt es sie außer im Voralpengebiet nur noch vereinzelt in Baden-Württemberg.
Desweiteren wächst die Pflanze in Mittel- und Südeuropa, wobei die Ausbreitung nach Süden bis nach Marokko reicht. Ferner gibt es sie in den Niederlanden und im Süden Englands.

kein Bild vorschandenDie Spinnen-Ragwurz gehört, wie der Name schon vermuten lässt, zur Gattung der Ragwurzen und diese wiederum zur Familie der Orchideen, wobei es eine große (Ophrys sphegodes) und eine kleine (Ophrys araneola) Spinnen-Ragwurz gibt, die einander stark ähneln und deshalb oft nicht voneinander unterschieden werden.

Sie wächst in West-, Mittel- und Südeuropa auf buschigen Hängen, lichten Wäldern und Magerrasen, also nährstoffarmen, kalkreichen Böden mit eher wenig Niederschlag, wo besonders Kraut- und Halbstrauchpflanzen gedeihen. Im Gebirge findet man diese Pflanze noch in einer Höhe von über 1000 Metern. Die kleine Spinnen-Ragwurz mag steinigere und trockenere Standorte als ihre große Schwester.

Sie ist eine mehrjährige Pflanze und blüht ab Anfang April bis Juni, am Mittelmeer auch schon ab Februar, ist wärme liebend und sehr frostempfindlich. Manchmal blüht sie deshalb kaum - wenn das Frühjahr besonders kalt war, unter Umständen gar nicht.

Die Spinnen-Ragwurz wird 15 - 45 cm hoch. Der Blütenstand ist eine vielblütige Ähre mit zwei bis zwölf Blüten. Die äußeren Blütenhüllblätter sind grün, die zwei inneren seitlichen Blütenhüllblätter ebenfalls, mitunter mit rötlichem Rand. Das mittlere Blütenhüllblatt bezeichnet man als Lippe und ist rötlich- bis schwarzbraun mit einem gelben, unbehaarten Rand. Meist wölbt sie sich nur schwach, hat ein H-förmiges bläuliches Mal und wird bis zu 1 cm groß. Der Übergang von der braunen Fläche zum gelben Rand ist stark behaart.

Die Lippe der Spinnen-Ragwurz, manchmal auch Wespen-Ragwurz genannt, ähnelt dem Aussehen einer Spinne. Aufgrund dessen und durch Duft- und Lockstoffe, die die Pflanze absondert, werden paarungsbereite Insektenmännchen angelockt, die dann den Blütenstaub aufnehmen und zur nächsten Pflanze bringen. Jede Ragwurz hat ein bestimmtes Insekt für die Bestäubung. Bestäuber der Spinnen-Ragwurz sind Erdbienenmännchen. Die Samen der Pflanze enthalten kein Nährgewebe für den Keimling. Eine Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz, der der Pflanze Nährsalze und Wasser liefert.

Die Spinnen-Ragwurz ist sehr selten geworden und in manchen Gebieten bereits ganz oder teilweise ausgestorben. Durch die Erderwärmung breitet sie sich allerdings wieder aus, mittlerweile konnte man schon einige Neufunde machen.

leider kein BildDie Vogelnestwurz, gehört zu der Gattung der Orchideen. Der botanische Name dieser Pflanze lautet, „Neottia nidus-avis“. Die Verbreitung dieser Pflanze liegt in Mitteleuropa, dort findet sie sich überwiegend in Buchenwäldern, deren Standort sehr kalkreich ist. In Eichen- und Hainbuchenwäldernfindet man sie eher im Tiefland. Die Vogelnestwurz fühlt sich aber auch in manchen Umgebungen von Asien und Nordamerikas zuhause.

WiderbartGanz allgemein betrachtet gehört der Widerbart zu den Orchideengewächsen in Deutschland. Es st eigentlich wenig bekannt, dass es in Deutschland auch wild wachsende Orchideen gibt, um so schöner ist es, dass noch zahlreiche Vorkommen dieser Art vorhanden sind. Jedoch muss man ganz eindeutig feststellen, dass auch der Widerbart zu den gefährdeten Pflanzenarten unseres Landes zählt und deshalb bedarf es hier auch ganz spezielle Maßnahmen, um diese Art weiter erhalten zu können. Diese Art wird vor allem durch forstwirtschaftliche Maßnahmen bedroht wie beispielsweise durch Einschlagen an den Wuchsorten des Widerbarts.

leider kein BildDie Zwergorchis, auch unter den Namen Alpen-Zwergorchis, Zwerg-Stendel, Zwerg-Knabenkraut oder Zwerg-Helmblume bekannt, ist eine Orchideenart von nur 5-10 cm Höhe. Ihre botanisch-wissenschaftliche Bezeichnung lautet Chamorchis alpina (Linné) L. C. M. Richard (1817). Sie wurde erstmals 1753 von Carl Linné als Ophrys alpina beschrieben, von Louis Claude Marie Richard aber 1817 zur einzigen Art (monotypisch) der Gattung Chamorchis erklärt. Gemäß der Pflanzen-Systematik zählt die Zwergorchis zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) und damit zur Klasse der Einkeimblättrigen (Monocotyledoneae), Unterabteilung Samenpflanzen (Spermatophyta).