kein Bild vorhandenDer hohe Rittersporn ist eine beliebte Staudenpflanze, die kalkreiche, durchlässige und nährstoffhaltige Böden sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Er kommt in der Natur, wenn überhaupt noch, hauptsächlich in alpinen Regionen vor. In Deutschland fehlt er vollständig, ist aber noch vereinzelt in den außerdeutschen Alpen, den Pyrenäen und Karpaten in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Metern zu finden. Darüber hinaus kommt er noch in Gebirgsregionen Nordamerikas und Asiens vor. Bevorzugte Standorte sind dort Berghänge, lichte Gebirgswälder und Mulden sowie Bachränder.

Mit einer Wuchshöhe von bis zu zwei Metern und seinen dunkelblauen großen Blüten gehört der hohe Rittersporn zu den auffälligsten Vertretern seiner Art. Die Blüten stehen in lockeren Rispen oder als dichte Trauben am Stängel. Von den fünf Blütenblättern sind vier oval geformt während das fünfte, oberste Blatt an der Spitze einen Sporn aufweist, der so lang ist wie das Blatt selbst. Diesem Sporn verdankt die Pflanze auch ihren Namen. Auch zwei der vier dunkelbraunen Nektarblätter, die innen weiß behaart und nicht verwachsen sind, sind gespornt. Die Blütezeit ist von Juni bis August.

Der hohe Rittersporn gehört zur Gattung Delphinium, die zur großen Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) zählt. Diese ist mit etwa 400 Arten über alle Kontinente vertreten. Sein lateinischer Name lautet Delphinium elatum. Anders als z. B. die Acker-Rittersporne der Gattung Consolida sind diese jedoch mehrjährig.

Entsprechend seinem Vorkommen in der Natur braucht er nährstoffreiche, durchlässige und kalkhaltige Böden sowie einen sonnigen Standort. Auf eine ausreichende Wasserzufuhr während Trockenperioden ist zu achten. Üblicherweise wird er als Setzling im Handel angeboten. Er lässt sich aber auch aus Samen oder durch Teilung des Wurzelstocks vermehren. Ein zeitiger Rückschnitt nach der ersten Blüte bis kurz über den Boden führt in der Regel im Herbst zu einer zweiten Blüte. Werden die Blüten nicht entfernt, so kann es zu einer weitflächigen Selbstaussaat kommen. Nach der zweiten Blüte kann die Pflanze weiter zurückgeschnitten werden. Sie ist frosthart und benötigt daher keine besonderen Vorkehrungen für den Winter.

Der hohe Rittersporn gehört zu den Giftpflanzen. Besonders die Samen, aber auch alle anderen Pflanzenteile, enthalten hochgiftige Alkaloide, die nicht nur für den Menschen sondern auch für Tiere, z. B. Hunde, Katzen und Kaninchen sowie Pferde und Rinder, potentiell gefährlich sind. Symptome, die auf eine Vergiftung nach dem Verzehr von z. B. Samen hinweisen können, sind Übelkeit, Erbrechen und Muskelzuckungen. Unter Umständen kann es zu Atemlähmungen und daraus resultierend zum Tod kommen. Auch direkte Hautkontakte sollten vermieden werden. Daher sollte er auch bei Anwesenheit von kleinen Kindern oder Haustieren nicht in Gärten gepflanzt werden.
Vereinzelt wurde er früher auch zur Bekämpfung von Wurmerkrankungen oder als harntreibendes Mittel eingesetzt. Darüber hinaus sind weitere Anwendungen aus zeitgenössischen Schriften des Mittelalters bekannt, z. B als Gegenmittel nach giftigen Schlangenbissen.