HerbstzeitloseDie Herbstzeitlose, mit dem lateinischen Namen „Colchicum autumnale“, ist eine mehrjährige Wildblume, bei der im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen die Samen im Sommer vor der eigentlichen Blütezeit im Herbst reifen. Die Herbstzeitlose gehört zur Gattung der Liliengewächse und zur Untergattung der Zeitlosengewächse.

Ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum und am Schwarzen Meer beheimatet, ist die Herbstzeitlose heute von West nach Ost in ganz Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. Als Standort bevorzugt die Herbstzeitlose warme und windgeschützte Weiden und Wiesen, die nicht höher als 1400 m über dem Meeresspiegel liegen. Im Halbschatten und auf feuchtem, nährstoffhaltigem Untergrund kann sie sich zum Teil teppichartig vermehren; im gebirgigen Norden Europas kommt sie dagegen nur sehr selten vor. 

HerbstzeitloseDen Winter überdauert die Herbstzeitlose durch ihre etwa 20 cm unterirdisch sitzende Zwiebelknolle. Aus der Knolle reift im Frühsommer zwischen Anfang Mai und Ende Juni das bis zu 30 cm lange, ellipsenförmige Pflanzenkraut, das den Blättern von Maiglöckchen und Bärlauch sehr ähnelt. Gleichzeitig entwickelt sich die ovale, bräunlich gefärbte Samenkapsel, die die Samen mit dem giftigen Alkaloid Colchicin enthält. In geringen Dosen wirkt das Pflanzengift jedoch entzündungshemmend und wird daher auch zur Herstellung von Arznei- und homöopathischen Mitteln verwendet (z. B. zur Behandlung von Gicht und rheumatischen Beschwerden).

Erst im Herbst, meist zwischen Ende August und Ende Oktober, verschwinden die Blätter und die Herbstzeitlose entwickelt ein bis drei Blüten mit sechs rosé- bis fliederfarbenen, länglichen und zu Kelchen geformten Blütenblättern. Die bis zu 25 cm hohen Blüten sind Zwitterblüten, die sich selbst befruchten können.

 Im Volksmund besitzt die Herbstzeitlose verschiedene Namen: Wegen ihrer krokusähnlichen Blüten wird sie oft auch als „Giftkrokus“, wegen ihrer zwiebelartigen Knolle als „Wilde Zwiebel“, wegen ihrer Zugehörigkeit zur Gattung der Liliengewächse als „Herbstlilie“ oder wegen ihrem Vorkommen in Wiesengebieten als „Wiesenlilie“ bezeichnet. Den Namen „Nackte Jungfer“ trägt sie, weil sie ohne Pflanzenkraut blüht.