kein Bild vorhandenDer Kalmus kommt ursprünglich aus Ostasien und wächst bei uns an seichten Ufergewässern, Teichen, Tümpeln und Seen. Er hat schwertförmige, frischgrüne, unten rötlich aussehende, bis zu ein Meter hohe Blätter, die aromatisch duften. Die Blätter verdecken die grünliche kolbenförmige Blütenähre. Die dichtgedrängten Blüten entfalten sich im Hochsommer, entwickeln aber keine Samen. Der Kalmus vermehrt sich durch Verzweigung seiner Endsprossen, die beerenförmigen Früchte sind braun bis rot. Der daumendicke Wurzelstock ist reich an würzigen Ölen, die als Heilmittel und zur Likörzubereitung genutzt werden.

Die Krautpflanze Kalmus stammt aus der Familie der Aronstabgewächse und zählt zu den Röhrichtgewächsen. Ihr lateinischer Name ist Acorus Calamus. Volkstümlich nennt man den Kalmus auch Ackermann, Ackerwurz, Bajonettenstange, Brustwurz, Kalmuswürze, Karmsen, Magenwurz, deutscher Ingwer und Zitwer. Der Kalmus wird im März und April sowie von September bis November gesammelt. Verwendet wird nur der Wurzelstock, der ätherische Öle, den Bitterstoff Acorin, Cholin, Gerbstoffe und andere Substanzen enthält.

Der Kalmuswurzel sagt man lebensverlängernde Wirkungen nach. Sie stäkt die Verdauungsorgane, erwärmt den Magen, hilft bei Blähungen, bei Koliken, Durchfall, Zwölffingerdarmgeschwüren, bei Erkrankungen der Leber, Galle, Milz oder Bauchspeicheldrüse und bei Nierenschäden. Tee aus der Kalmuswurzel hilft sogar bei der oft vorkommenden Getreideunverträglichkeit. Es ist ein Mittel gegen alle möglichen Magen- und Darmbeschwerden und wirkt wegen der reinigenden und ausschwemmenden Wirkung auch der Gicht entgegen. Wer aufhören möchte zu rauchen, sollte getrocknete Kalmuswurzel kauen. Wer danach raucht, dem wird es übel. Warme Kalmusbäder lindern die Beschwerden bei Frostbeulen oder Erfrierungen.

Der Kalmus wird kalt aufgegossen. Man nimmt einen Teelöffel der zerkleinerten Wurzel pro Tasse und lässt die Flüssigkeit acht Stunden ruhen. Macht man einen heißen Aufguss, lässt man ihn fünf Minuten ziehen. Aus frischen und gereinigten Wurzeln kann man im Entsafter Kalmussaft gewinnen. Aus Kalmus wird auch Kalmusöl gewonnen, das für Magenbitter verwendet wird. Wer Kalmus als Badezusatz verwenden möchte, nimmt 200 Gramm Wurzeln und setzt sie in fünf Liter kaltem Wasser an. Nach zwölf Stunden kocht man das Ganze auf und gibt es ins Badewasser.