kein Bild vorhandenDie Kornelkirsche, in Deutschland seit Beginn des Mittelalters bekannt, ist ein Baum, der etwa vier bis acht Meter hoch und 100 Jahre alt werden kann. Die Blätter sind oval, laufen spitz zu, sind auf beiden Seiten behaart und werden im Winter zu Laub. Der Baum blüht von Februar bis April mit gelben doldenförmigen Blüten. Die roten Steinfrüchte sind im August und September reif, kleiner als normale Kirschen, genießbar, schmecken aber sauer. Das Wurzelwerk verbreitet sich üppig an der Erdoberfläche und wächst sehr tief in den Boden.

Die Kornelkirsche gedeiht in Deutschland, Mitteleuropa, Südeuropa, Kleinasien und Südrussland als Baum oder Großstrauch, der auch als Hecke genutzt werden kann. Verwandte Arten findet man in China und den USA. Als wild wachsender Strauch mag die Kronelkirsche Wärme, kalkhaltigen Boden, verträgt aber auch Schatten.

Der lateinische Name der Kornelkirsche ist Cornus mas, was übersetzt „männlicher Hornstrauch“ bedeutet. Sie gehört zur Familie der Hartriegelgewächse, den Cornaceae und ist nicht mit der Kirsche verwandt.

Die Kornelkirsche hat viele Namen, wie Corneliuskirsche, Cornille, Dirndl. Herlitze, Krakebeere, Knüten, Welsche Kirsche, Beinholz oder Tierlein-Baum, um nur einige zu nennen.

Die Kornelkirsche wurde im Mittelalter als „Ruhrbeerstrauch“ bezeichnet, weil sie als Mittel gegen die „rote Ruhr“ eingesetzt wurde, eine durch Bakterien verursachte Durchfallerkrankung. Die Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen empfahl die Frucht gegen Gicht und Magenbeschwerden. Die Kirschen in Wein gekocht sollten angeblich Nierensteine kurieren, die Blätter Blutungen stillen. Die reifen Früchte wurden als Köder beim Angeln benutzt. Um 1900 wurden aus den Kernen Rosenkränze hergestellt, und die Samen in den Kernen boten einen preiswerten Kaffee-Ersatz mit Vanille-Aroma. Das Holz des Kornelkirschenbaums ist sehr hart. Weil man es nicht polieren kann, wurde es genutzt um Stiele und Griffe für Werkzeuge herzustellen. Auch für Radspeichen eignete sich das Holz. Ende des 19. Jahrhunderts wurden haltbare Knotenstöcke als Spazier- und Wanderstöcke beliebt. Die Rinde und die Blätter, die Gerbstoffe enthalten, verwendete man zum Färben und Gerben.

Heute wird die Frucht als Vitaminspender verarbeitet, weil sie einen hohen Anteil Vitamin C enthält. Die Kornelkirsche wird auch zur Produktion von Obstschnaps verwertet.