SeidelbastDie Familie der Seidelbastgewächse heißt auf lateinisch Thymelaeaceae, wobei das griechische Wort thymelaia auf deutsch soviel bedeutet wie Purgierstrauch, was wiederum nur eine von vielen Bezeichnungen für den Seidelbast-Strauch darstellt. Er ist auch bekannt als Beißbeere, Bergpfeffer, Deutscher Pfeffer, Giftbäumli, Hühnertod, Kellerhals, Lauskraut, Pfefferstrauch, Rauschbeere, Schlangenpulver, Warzenbast, Wolfsbast und Zeiland.

Hinter seinem botanischen Namen, Daphne mezereum, verbirgt sich nicht nur das Wort griechische Wort daphne für Lorbeer, sondern gleich eine ganze Geschichte aus der griechischen Mythologie: Daphne war eine schöne Nymphe, bevor der Göttervater Zeus sie zum Schutz vor dem Gott Apollon in einen Lorbeerstrauch verwandelte. Die blassgrünen, lanzettlich geformten Blätter des Seidelbasts erinnern ein wenig an Lorbeerblätter, daher die Namensgebung.

Der Strauch kann 50 bis 200 cm hoch werden. Seine Blüten sind zwar klein, bestechen aber durch ihre intensive rosarote Farbe und den starken Duft. Sie sitzen direkt auf den Ästen der verholzten Sträucher und blühen von Februar bis April. Die kleinen roten Früchte sehen aus wie Beeren, sind botanisch gesehen aber Steinfrüchte, da wie bei Kirschen, Pflaumen oder Mirabellen ein harter Same von weichem Fruchtfleisch umgeben ist.

SeidelbastSeidelbast kommt in Buchen-, Eichen-Hainbuchen- sowie Nadelmischwäldern vor und bevorzugt frische bis feuchte, nährstoff- und kalkreiche Lehmböden. Abgesehen vom äußersten Westen und Norden umfasst das Verbreitungsgebiet die Ebenen und mittleren Gebirgslagen Europas.

Wegen der schönen und duftenden Blüten eignet er sich zwar optisch als Blickfang im Garten, man sollte aber nicht vergessen, dass die gesamte Pflanze für Menschen und Tiere stark giftig ist. Zwei Punkte sind dabei besonders zu beachten: Zum einen kann die Aufnahme des Gifts auch über die unverletzte Haut erfolgen und zum anderen sind gerade die Samen, die in den für Kinder verlockenden roten Früchten stecken, besonders giftig.

Schon in der Antike wurde Seidelbast als Heilpflanze verwendet. Heute kommt die Rinde in homöopathischen Anwendungen unter anderem bei Entzündungen, Rheuma und Grippe zum Einsatz.