leider kein BildDer Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida) zählt zu den Erdrauchgewächsen, welche der Familie der Mohngewächse zuzurechnen sind. Die auch als Vollwurz-Lerchensporn oder Finger-Lerchensporn bezeichnete krautige Pflanze kann Höhen zwischen 10 und 25 Zentimetern erreichen. Sie besitzt einen kahlen, nicht verzweigten Stängel, welcher ein geschupptes Niederblatt aufweist. Die traubenförmigen Blüten erscheinen in den Monaten März bis Mai und sind in verschiedenen blau, lila oder purpurnen Farbstellungen anzutreffen. Die schwarzen, nierenförmigen Samen sitzen in einer bis zu zwei Zentimeter langen Schote und werden durch Ameisen verbreitet.

Als Wildpflanze kommt der Gefingerte Lerchensporn in Westasien und Europa bis in Höhenlagen von 2 000 Metern vor. Jedoch ist er weitaus seltener anzutreffen, als der Hohle Lerchensporn. Die Bundesländer Sachsen und Niedersachsen setzten daher die Pflanze auf die Rote Liste der bedrohten Arten. Auch als Zierpflanze erfreut sich der Gefingerte Lerchensporn, besonders in Parkanlagen oder Wildblumengärten, wachsender Beliebtheit. Ausgesprochen attraktiv ist die rotblühende Sorte „George Baker“.

Der Gefingerte Lerchensporn bevorzugt feuchte, stickstoffreiche Lehmböden im Halbschatten lichter Laubwälder. Im heimischen Garten steht er im Frühling gern sonniger als im Sommer. Daher bietet es sich an, ihn unter dicht begrünte Sommerstauden zu pflanzen. Bis zur Blüte des Gefingerten Lerchensporns vergehen meist mehrere Jahre. Die Blüten werden durch Insekten bestäubt, bevorzugt von Zitronenfaltern oder Schwarzen Apollofaltern, dem der Gefingerte Lerchensporn als Futterpflanze dient. Hobbygärtner können die Pflanze durch Samen oder Teilung vermehren. Gern sät sich der Gefingerte Lerchensporn auch selbst aus.

Der Name der Pflanze lässt sich auf die griechische Entsprechung „korydalis“ für Haubenlerche zurückführen, da die Blüten des Gefingerten Lerchensporn Ähnlichkeit mit den Füßen der Vögel aufweisen. Bereits vor mehr als 1 000 Jahren fand die Pflanze in der Chinesischen Medizin Anwendung als Schmerzmittel. In der Naturmedizin wird die antibakterielle, krampflösende und beruhigende Wirkung des Gefingerten Lerchensporns geschätzt. Die Pflanze enthält, besonders in der Knolle, bis zu 20 mittlere bis stark giftige Isochinolin-Alkaloide. Bedeutsamstes Toxin ist Bulbocapnin, welches, besonders bei Rindern oder Schafen, zu tödlichen Vergiftungen führen kann.